Auch im Winter ist es theoretisch möglich, im Freiwasser zu trainieren. Mit der Thematik des Winterschwimmens haben wir uns schon vor einiger Zeit in unserem Blog für euch befasst. Das Schwimmen bei kälteren Temperaturen benötigt jedoch einiges an Vorbereitung sowie den passenden Neoprenanzug. Zusätzlich können Erweiterungen an den Händen, Beinen und am Kopf getragen werden. Wir haben für euch die besten Tipps und Infos zusammengefasst.
🧊 1. Vorbereitung vor dem Schwimmen
Wassertemperatur kennen
Bei unter 10 °C gilt das bereits als Kaltwasserschwimmen – die Belastung für den Körper steigt massiv.
✔ Nie allein schwimmen
Mindestens eine Person am Ufer mit Sichtkontakt, ideal mit Wurfleine oder SUP. Zusätzlich empfiehlt es sich, eine Schwimmboje als Notfallschutz mitzunehmen.
✔ Aufwärmen vorher – aber nicht überhitzen
Leichtes Aufwärmen (Bewegung, nicht schwitzen). Überhitzung führt dazu, dass dir im Wasser noch kälter wird.
✔ Passender Neopren
Für echtes Winterwasser (0–10 °C):
- 5–7 mm Neoprenanzug
- Neoprenhaube (wichtig – über den Kopf geht viel Wärme verloren)
- Neoprenhandschuhe (3–5 mm)
- Neoprensocken/Booties (3–5 mm)
Optional: Ihr könnt einen zusätzlichen Neopren-Unterzieher (Vest) verwenden, der noch mehr Wärme gibt.
✔ Eingewöhnung
Vor dem Reinspringen: Gesicht, Nacken und Hände mit Wasser benetzen → reduziert den Kälteschock.
✔ Der passende Ohrenschutz
Auch durch eine Neoprenhaube dringt während des Schwimmens Wasser in deine Ohren. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich der Ohrenspray für Erwachsene von Ear Pro.
🌊 2. Während des Schwimmens
✔ Langsam ins Wasser – nie springen
Der Kälteschock kann eine Atemnot oder unkontrolliertes Einatmen verursachen.
✔ Erste 60–90 Sekunden: ruhig atmen
Die Atmung kontrolliert halten, bis sich der Körper an die Temperatur gewöhnt.
✔ Schwimmzeit stark begrenzen
Je nach Kälteanpassung und Ausrüstung:
- 8–12 °C: 10–20 Minuten
- 5–8 °C: 5–10 Minuten
- unter 5 °C: wenige Minuten, nur sehr erfahrene Schwimmer
→ Winterfreischwimmen ist Zeit, nicht Strecke.
✔ Auf Signale des Körpers achten
Sofort abbrechen bei:
- Kontrollverlust über Finger/Hände
- Schüttelfrost im Wasser
- Verwirrung, Unruhe
- Brennender Schmerz an Händen/Füßen (Vorstufe Unterkühlung)
✔ Tauchboje / Sichtboje benutzen
Sichtbarkeit erhöht Sicherheit zusätzlich.
🧥 3. Nach dem Schwimmen
✔ Sofort aus dem Neopren
Auch wenn er warm wirkt – nasser Neo zieht Wärme.
✔ Windschutz + warme Kleidung vorbereiten
Am besten in dieser Reihenfolge:
- Handtuch oder Bademantel
- Mütze (wichtig!)
- Warme Jacke, trockene Thermohose
- Wärmflasche oder warmes Getränk
✔ Re-Warming dauert 20–40 Minuten
Nicht ins heiße Wasser springen oder sofort heiß duschen → Kreislauf kann kollabieren.
Besser: Lauwarme Dusche oder erst später warm baden.
✔ Nachkühlen beachten
Der Körper kühlt nach dem Ausstieg noch 10–30 Min weiter ab („Afterdrop“). Wärmequellen bereithalten.
⚠️ 4. Zusätzliche Sicherheitstipps
Schwimme nur an Stellen, die du kennst (keine Strömungsüberraschungen).
Nimm ein Notfallhandy in wasserdichter Hülle mit, dieses kannst du in deiner Boje platzieren, wenn diese eine Tasche hat.
Bei leichten Infekten, Schlafmangel oder Alkohol: NICHT schwimmen.
Einfache Energiereserve (Saft, Riegel) am Ufer bereithalten.
